Das ungeliebte Schmuddelkind der Mindener Altstadt
Opening-Teaser zum Film

von | 8. Apr. 2019

Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin die Einzige, die sich Sorgen macht um unser gemeinsames Schmuddelkind: das Mindener Rampenloch. Sorgen um seine weitere Entwicklung. Und dabei sein einziger Protegé und Förderer ist, der die schützenden Hände über dieses einzigartige Areal zu halten versucht. Verwaltung und insbesondere Politik scheinen dazu nicht in der Lage.

Aber wenn ich über das Rampenloch spreche, höre ich zuweilen auch die Frage: „Was für ein Areal? Wo soll das sein?“ Selbst meine Tochter, immerhin aufgewachsen in Minden, äußerte neulich: „Wo ist das? Wen juckt’s, wenn’s niemand kennt?“

Ungeliebt und ausgebuht, ignoriert und missachtet, von allen allein gelassen

Dabei hat das Gelände mit der einzigartigen Historie die Chance, ein über die Grenzen Mindens hinaus wahrgenommener Attraktionspunkt zu werden. Dafür muss man aber überhaupt erstmal willens und in der Lage sein die Chance, die das Gelände bietet (und die hier sehr treffend beschrieben wurde), zu erkennen.

Damit das passiert, hat sich eine kleine, feine Gruppe engagierter Menschen zusammengetan mit dem Ziel, einen Film über das ungeliebte Schmuddelkind der Mindener Altstadt zu machen. Das ist eine Menge Arbeit, wenn es sehenswert werden soll. Deshalb wird bis zur Premiere des fertigen Streifens wohl noch etwas Zeit vergehen.

Aber als kleiner Vorgeschmack ist heute schon mal ein einminütiger Opener online gegangen. Alles noch grob, alles noch nicht fertig, betonen die Filmemacher. „Rough cut“ nennen sie es. Trotzdem ein netter Appetizer, der – jedenfalls mir – viel Lust macht auf mehr. Lust macht auf unser sehr besonderes MIndener Schmuddelkind – und darauf, sein Potenzial für unsere Stadt zu heben.

Astrid Engel

Architektin & Staatlich Anerkannte Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz bei Die Quartierplaner
Mein Vater ist Architekt. Mein Bruder ist Architekt. Meine Neffen sind Architekten. Verflixt, da muss sich irgendwo ein Bau-Gen in unsere Familie reingemendelt haben ...

Als Quartierplanerin befasse ich mich seit Jahr und Tag mit zeitgemäßer Gebäude- und Quartierentwicklung im kommunalen, gewerblichen und privaten Kontext.

Als Altbau-Meisterin pflege ich dagegen meine Leidenschaft für geschichtsträchtige Alt- und Bestandsbauten – und gebe ihnen eine Zukunft, die ihrer Vergangenheit Respekt zollt.
Astrid Engel